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Grammatik einführen

Bei der Einführung neuer Grammatik ist auf vieles zu achten. Zunächst bedarf es einer didaktischen Analyse; sie widmet sich vor allem den Fragen "Was ist neu?", "Was ist schwer?" und "Was ist wichtig?". Auf dieser Grundlage kann der konkrete Unterricht geplant werden. Dazu müssen gewissermaßen didaktisch-methodische "Weichen" gestellt werden: Es muss entschieden werden, wann die Grammatik eingeführt wird, vom wem, wie und mit welchen Hilfsmitteln. 

Als problematisch hat sich die so genannte "Textmethode" herausgestellt, die viele Jahre lang den Lateinunterricht geprägt hat. Bei dieser Methode wird das neue grammatische Phänomen über den aktuellen Lektionstext eingeführt. Dieser Weg ist lernpsychologisch problematisch; denn die Schülerinnen und Schüler werden mit zu viel Neuem konfrontiert: neuen Inhalten, neuen Vokabeln und neuer Grammatik. Das trägt in der Regel nicht dazu bei, die Lesemotivation zu steigern. Auch dem Text wird dieser Ansatz nicht gerecht: Er wird zum grammatischen Steinbruch degradiert; der angestrebte Lesefluss wird unterbrochen, die attraktive Beschäftigung mit den Inhalten tritt zurück. 

Wird die Einführung von Grammatik der Beschäftigung mit dem Lektionstext voran- oder nachgestellt, sind bestimmte Schritte zu beachten, die lernpsychologisch sinnvoll sind. Diese Schritte versammelt das DisKoFo-Modell. In seinem Zentrum steht eine Problematisierungsphase, bei der die Schülerinnen und Schüler eine kognitive Dissonanz und Konsonanz erleben und Forschungsfragen stellen, denen dann nachgegangen wird. Das DisKoFo-Modell verbindet entdeckendes Lernen mit klarer Lenkung durch die Lehrkraft. 

Die Einführung von Grammatik erfolgt in der Regel in einer intensiven Lernphase, in der den Schülerinnen und Schülern das Neue zum ersten Mal begegnet. Immer wieder ist es aber auch möglich, Grammatik vor der eigentlichen Einführung einzuführen - nach Art eines "Spoilers".  

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