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Differenzierung - Maßnahmen

Differenzierungsmaßnahmen müssen, um alltagstauglich zu sein, leicht und ohne großen Aufwand zu entwickeln und zu organisieren sein. Diesem Zweck dient das Kieler Differenzierungsmodell. 

Das Modell besteht aus verschiedenen Komponenten, die miteinander in Beziehung stehen: Ausgangspunkt ist eine Aufgabe, die für alle gilt und damit das Fundamentum des Lernens absichert. Von zentraler Bedeutung sind die Differenzierungsziele: Sie geben den Differenzierungsmaßnahmen die notwendige Ausrichtung. Sich des Differenzierungsziels bewusst zu werden, hilft zu vermeiden, dass am Bedarf vorbei unterrichtet wird. Im Wechselspiel mit den Zielen stehen die Grundformen. Sie bilden die methodische Seite des Differenzieren ab. Im Zusammenspiel von Zielsetzungen und Methoden entsteht die Differenzierungsaufgabe. 

Zu dem wichtigsten Zielen des differenzierenden Unterrichts gehört die Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Schwächen. Sie benötigen immer wieder Unterstützungsaufgaben, die ihnen helfen, fehlendes Wissen aufzuarbeiten und Anschluss zu finden. Nicht selten geht es aber auch darum, ihre Lernbereitschaft zu erhöhen und sie zu ermutigen: Dann sind Hilfsmaßnahmen angebracht, die ihnen das Lernen leichter machen. Beispiele dafür stellen im Rahmen des Lektüreunterrichts Textblätter mit unterschiedlich vielen Hilfen oder flexibel einsetzbare Strukturhilfen nach dem Overlay-Verfahren dar. 

In gleichem Maße wie die Schülerinnen und Schüler mit Schwächen gefördert werden sollen, müssen auch die Schnell-Lerner Förderung erfahren. Zusatzaufgaben (Addita), die sie erhalten, dürfen kein Beschäftigungsprogramm sein, sondern ihren Lernfortschritt unterstützen. Deshalb kommt es darauf an, dass bestimmte Kriterien bei der Erstellung von Addita Beachtung finden. 

Zu den wirksamsten Mitteln der Differenzierung gehört, dass sich die Lehrkraft im Unterricht mit starken oder mit schwachen Schülerinnen und Schülern zusammensetzt und gemeinsam mit ihnen arbeitet. Aber auch die Zusammenarbeit unterschiedlich starker Schülerinnen und Schüler in Teams kann hilfreich sein; damit diese Form der Arbeit gelingt, müssen allerdings bestimmte Regeln eingeübt werden. 

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